Montag, 28. Dezember 2009

Über das Grölen der Flusspferde, die Ruhe der Elefanten und den Klang der Grillen




Dezember 23, der Tag vor Weihnacht. Meine Passagiere und ich sind auf dem weg nach Mfuwe/Zambia. Da wir sieben Leute zu befördern hatten und unsere größte Maschine in der Werft stand sind wir sozusagen in Formation mit zwei kleineren Fliegern geflogen. Salmon in der Cherokee Six und ich in der kleineren aber auch schnelleren 235. Auf halben Weg habe ich ihn dann eingeholt und so sind auch die schönen Luftbildaufnahmen entstanden. Leider konnte ich nicht näher ran, da wir wie gesagt mit sieben Pax unterwegs waren.

 





























Schon in der Luft konnte man den Geruch des grünen unendlich weiten Buschs wahrnehmen. Genau aus diesem Grund bin ich nach Afrika gekommen. Um die fast menschenleere Wildnis genießen zu können, welche man in Zambia noch viel mehr als in Malawi antrifft. Die Einwohnerzahl ist nämlich halb, die Fläche aber fast fünf mal so groß wie die Malawis. In einem meiner letzten Posts habe ich euch ja schon erzählt wie wunderschön grün Zambia geworden ist, nach angeblich drei Regenfällen. Mehr braucht es hier nicht um ein Land zum Leben zu erwecken.
Ich hatte das Glück in der selben Lodge wie meine Gäste untergebracht zu sein, mit denen ich mich sehr gut verstanden habe. Anfangs zwar im Staffbereich, einen Tag später dann aber in einer Luxushütte direkt am Fluss an den das Camp gebaut wurde. Aber mehr dazu etwas später…noch befinden wir uns auf der Fahrt vom Flughafen zur Lodge. Ich war zwar schon einige male in Mfuwe, bin aber leider nie weiter als bis zum Zaun des Flughafens vorgedrungen. Das war also mein erster längerer Aufenthalt im spürbar heißeren und feuchteren Zambia. Lange wollte ich hier schon her und endlich war es so weit. Deswegen war für mich der Transfer schon aufregend Genug um mindestens 40 Bilder zu schießen. Leider fehlen mir wieder mal die Worte um den Eindruck zu beschreiben, den ich mir in den paar Tagen die ich dort war gemacht habe. Die Landschaft ist so viel schöner als das ich sie beschreiben könnte und die Tierwelt so, wie man sie nur aus Büchern oder Natursendungen kennt.





























































Das Camp war wie gesagt an einen Fluss gebaut, in dem man besser nicht schwimmen gehen sollte. Krokodile und Hippos so weit das Auge reicht. Okay um ehrlich zu sein, ich habe kein einziges Krokodil gesehen aber ich habe mir sagen lassen es wimmelt nur so von ihnen. Bevor ich nach Afrika geflogen bin, habe ich einen Dokumentarfilm über Flusspferde gesehen. Es wurde gesagt dass sie äußerst aggressiv sind und sehr gefährlich. Diese hier dürften aber sehr relaxt gewesen sein und waren für mich der Inbegriff von Ruhe und Frieden. 
















Denn es gibt nur wenig vergleichbar beruhigendes, wie im Sonnenuntergang am Flussufer zu sitzen und die Nilpferde auf dem Weg zu ihrem Schlafplatz zu beobachten. Sie sehen aus wie kleine Wale die ab und zu auftauchen um Luft zu schnappen. Nur tun sie das nicht nur um einzuatmen sondern wer schon mal beobachten oder im TV sehen konnte wie sie sich im Wasser fortbewegen, weiß, dass sie sich am Grund abstoßen und eigentlich springend vorankommen. Sieht sehr süße aus, ich konnte sie aber durch das trübe Wasser immer nur an der Wasseroberfläche sehen. Trotzdem…die sonne hat gelb orange am Wasser geschimmert, im Hintergrund hörst du die Stimmen des Buschs und direkt neben dir das Schnaufen der Hippos und das Ausstoßen der Luft aus ihrer Nase. Und das hatte ich vier Tage in meinen Ohren. Man braucht hier keinen Fernseher und auch keinen Ipod. Alles andere als diese Geräusche wäre überflüssig. Und so kam es auch dass ich ohne es zu merken zwei Stunden an diesem Fluss gesessen bin und wäre es nicht Zeit fürs Abendessen gewesen, wäre ich wahrscheinlich noch zwei Stunden hier gesessen.


Wird es dunkel, kommen auch die Kreaturen der Nacht heraus. Unzählige Arten von Insekten und tausende Mücken und ich muss sagen, ich bin mittlerweile abgehärtet. Tausendfüßer, mein früherer Alptraum sind hier an der Tagesordnung und anderes Kriechzeug kann mich auch nicht mehr so abschrecken wie vorher. Es gibt aber trotzdem noch das ein oder andere Insekt von dem ich aus Respekt einen gewissen Sicherheitsabstand halte.


Am 24. Dezember durfte ich nachmittags auf einen gamedrive meiner Gäste mitkommen. So werden Safaris genannt die man hier machen kann. Die beste Art den Bush kennenzulernen ist zu Fuß, natürlich mit guide. Denn sogar im Camp kann man zum Beispiel auf Elefanten treffen die sehr ungemütlich werden können. Dann gibt es noch die Möglichkeit mit dem Auto den Busch zu erkunden und sogar per Ultralight, welches aber zur Zeit nicht fliegen dürfte denn ich hab keines gesehen, kann man sich die Gegend ansehen.
Für uns ging es auf dem Rücken eines Toyota Land Cruises in die Wildnis, um fünf Uhr Nachmittags, außer am Morgen ist das die beste Zeit um Tiere zu beobachten. Was ich auf dieser ca. einstündigen Tour gesehen habe, möchte ich nicht in Worten beschreiben sondern würde euch bitten, einfach nur die Bilder anzusehen. Denn den perfekten Einklang der Natur kann man nicht in einem Blog zusammenfassen sondern muss man erlebt haben. Die meisten Leute wissen gar nicht, was sie verlieren werden wenn die Welt so weiter macht wie jetzt eben. Das alles liegt auf Messers schneide und seit meinem Besuch hier weiß ich, wie empfindlich die Natur und ihre Tierwelt ist. Wieder mal kann ich nur sagen…watch the pix and enjoy!

















Auf dem Weg zurück sind wir aber nicht Richtung Lodge gefahren, sondern an eine riesige Lichtung mit einem der schönsten Bäume die ich je gesehen habe. Meinen Augen konnte ich nicht wirklich trauen, als ich ca. 20 singende Frauen und Männer mit roten T-shirts und Zipfelmützen unter dem Baum stehen sah. Alle Camps aus der Umgebung hatten einen Tisch um den Baum aufgestellt mit kleinen Snacks und Getränken. Sozusagen ein Wehnachtssundowner. 



Leider gings mit mir ab diesem Zeitpunkt bergab und an das was nach dem zweiten Weihnachtslied passiert ist kann ich mich nicht mehr so richtig erinnern, denn da bin ich leider Krank geworden. Ja, genau zum Weihnachtsfest. Ich weiß nicht was ich dieses Jahr angestellt habe, aber es war schlimm genug um mir Fieber, Schweiß und Kälte zum Geschenk zu machen. Ob es jetzt Malaria war oder nicht, darüber lässt sich streiten. Die Medikamente dagegen habe ich genommen aber ich meine, es war Keine. Ich würde euch sehr gerne von mehreren Abenteuern im Busch von Zambia erzählen, aber die nächsten zwei Tage habe ich im Bett verbracht. Aber ich muss sagen, obwohl ich krank war…auch das war sehr erholsam. Der Fluss, den ich von meinem Bett aus sehen konnte, er war ganz nah, der Busch, das Löwengebrüll und die Geräusche der Natur zum Schlafen gehen und die Nilpferde und Affen zum Aufstehen haben mich wieder gesund gemacht. Viele der Fotos die ihr seht, wurden direkt von meiner Hütte aus gemacht. Monkeys im ganzen Camp, riesige Eidechsen vor meiner Türe und Hippos ein paar Meter vor meinem Fenster, das alles und eine Packung Malerone bringen schnelle Genesung.










Ich bin mir sicher bald wieder dort sein zu können und werde dann auch ein paar Löwenbilder schießen könne. Ach und wo ich schon beim Thema bin. Spätestens hier habe ich endgültig eingesehen, dass ich eine digitale Spiegelreflexkamera brauche. Es ist schon fast eine Sünde in so einer Umgebung und „nur“ mit einer Digicam bewaffnet zu sein. Diese Bilder sind schon sehr gut geworden, aber mir sind die Arme so unglaublich gebunden. Ich hätte so viel bessere Fotos machen können als ich es getan habe. Hat irgendjemand Vorschläge? Welche Modelle sind gut als Einstieg und wo bekomme ich günstige her? Auf was muss ich achten? Sie kann auch gebraucht sein, nur ebay Afrika gibt es leider noch nicht;) Ich bin für alle Rückmeldungen dankbar! Und im Endeffekt werden auch die Leser dieses Blogs dankbar sein, denn den Unterschied kann man sehen. Ich liebe meine wasser- und stoßfeste Digitalkamera, sie ist unzerstörbar, aber das gewisse Etwas bring dann doch nur die große Schwester!
Das wars auch wieder mit diesem Blog, ich hoffe alle hatten ein frohes Fest mit ihrer Familie. Und jeder, der denkt er kann nicht mehr: steig in ein Flugzeug, komm nach Afrika, fahr so weit hinaus wie du kannst, setzt dich hin und lass alles auf dich wirken. Niemanden lässt das hier kalt.













Montag, 21. Dezember 2009

Sonnenbrand Gefahr!


Liebe Familie, liebe Freunde, liebe Hannah, lieber Rest!

Bald ist es so weit, heilig Abend steht vor der Türe und ich hoffe, ihr habt dieses Jahr weiße Weihnachten. Anlässlich des Festes, habe ich euch eine winzig kleine Überraschung gemacht, nämlich einen Weihnachtsblog. Naja eigentlich ist nichts anders als sonst, außer, dass ich mich am Flughafen zum Affen gemacht habe, weil ich bei 30 Außentemperatur mit der Nikolausmütze vor dem Flugzeug für die Kamera still gestanden hab. Die habe ich mir aber extra für diesen Post gekauft, das ist mein Geschenk von mir an euch, sehr bescheiden ich weiß. Jetzt wo alle nach Hause zu ihrer Familie fliegen, werde ich doch etwas wehmütig, aber wirklich nur ein wenig. Denn der Kurztrip nach Likoma hat mich wieder daran erinnert, dass es vielleicht doch angenehmer ist in der Sonne zu liegen als dem puren Weihnachtsstress bei -10 Grad ausgeliefert zu sein. Dieser Flug war übrigens mein erster Alleinflug ohne einem Co-Piloten. Nur die Pax, das Flugzeug, die Zipfelmütze und ich. Und ich habe es genossen, denn es war ein wunderbarer Flug mit einer overnight in paradise. Die Luft ist zur Zeit so still wie noch nie, man bräuchte eigentlich gar keinen Autopiloten, denn so wie du die Maschine haben willst bleibt sie auch. Ihr müsst euch vorstellen, dass die erste Hälfte des einstündigen Fluges über Land ist und die Zweite über Wasser geht. Nach dem du von Lilongwe abhebst und Richtung Norden fliegst, kannst du bei guter Sicht kurz nach dem take off bereits beide Seeufer sehen. Das hört sich jetzt vielleicht nicht sehr spektakulär an, aber wie gesagt, der Flug dauert eine Stunde und die Hälfte davon ist über Wasser, ihr könnt euch jetzt ausmalen welche Ausmaße lake nyasa hat. Bevor man das Ufer des Sees erreicht, fliegt man über viele kleine Dörfer und den wunderschönen Ntchisiforest mitsamt dem Ntchisimountain. Dieser Berg ist inmitten einem sehr, sehr dicht bewachsenen Wald in welchem sich auch eine sehr schöne Lodge befindet. Es ist für mich jedes mal aufs Neue eine große Freude das alles von oben sehen zu können. So weit so gut, einmal über dem See, gibt es kein zurück mehr. Naja eigentlich schon, aber es hört sich besser an. Auf was ich aber die ganze Zeit hinaus wollte… ich habe Likoma Islannd, das vielleicht 3,5 Kilometer lang und 2 Kilometer breit ist, schon 60 Meilen vorher sehen können. Das sind fast 110 Kilometer. Kaum zu glauben oder? Wenn man bedenkt, dass es schon Tage gab in denen es so dunstig war, dass du 10 Meilen vorher noch nichts von de Insel erkennen konntest! Das Wetter hat es auf jeden Fall gut mit mir gemeint, vielleicht extra für meinen ersten Flug als offizieller Nyassa Air Taxi Pilot. Obwohl es beim Rückflug heute Richtung Mozambique gewittert hat und auch südlich von Lilongwe der Himmel sehr dunkel war, konnte ich ohne Probleme in den Luftraum von Lilongwe eindringen und landen. Danach hat es begonnen zu regnen;)
Hier habt ihr ein paar nette Bilder die ich geschossen habe. Die Kinder die hier zu sehen sind haben am See gefischt mit einem Stück Holz und einer Schnur mit Haken. Die Ausbeute kann sich eigentlich sehen lassen, denn ich denke nicht dass ich auch nur einen Fisch angelockt hätte. Danach habe ich ihnen meine Kamera zum spielen gegeben. Was ich irgendwie lustig gefunden habe, war die Tatsache dass sie, obwohl sie wahrscheinlich noch nie eine Kamera vorher in der Hand gehabt haben, gleich damit umgehen konnten nachdem ich ihnen gezeigt habe wie es geht. Die Bilder mit ihnen drauf, also sind bitteschön nicht von mir gemacht worden. Ich war nur Zuschauer und bin vergnügt daneben gesessen, als sie sich ihren Spaß gehabt haben. Auch Videomaterial ist dabei entstanden, das werde ich aber ein andern mal online stellen.
Ach, das hätte ich ja fast vergessen… unsere Firmenweihnachtsfeier war am Freitag. Auch hiervon gibt es ein paar Bilder. Ihr müsst euch jetzt denken BBQs sind hier an der Tagesordnung, Hannah hat mich darauf angesprochen und ja, es kommt schon öfter vor. Auch morgen ist wieder eins. Ich finde es einfach nett. Man kann gut essen, trinken, lernt Leute kennen bzw. sieht diejenigen die man schon kennengelernt hat wieder und jeder hat seinen Spaß. Wenn ich zurück komme werde ich versuchen auch in Österreich öfter mal welche zu organisieren. Für den lieben Florian K., der immer wissen möchte was ich da gerade am Teller habe: auf dem Grill haben wir sowohl Rind wie auch Huhn. Kaya, einer unserer Hunde hatte plötzlich einen Schweineknochen samt Fleisch im Mund, keine Ahnung wo der her kam denn wir hatten kein Schwein an diesem Abend. Alles in guten Saucen eingelegt. Welche genau weiß ich nicht mehr aber es waren eher süßliche, mmmmmmh;) Dazu gab es Kartoffelsalat und diverse andere Salate. Die Hühner haben wir auf Bestellung als ganzes zugeliefert bekommen, naja ohne Kopf und ohne Federn aber das waren schon ziemliche Brocken. Ich denke zwischen 2 und 3 Kilo wird eines schon gewogen haben. Das Rindfleisch kam aus dem Supermarkt, nicht schlecht aber man muss schon schauen was man da bekommt. Ich möchte eigentlich gar nicht so genau wissen, was schon alles in meinem Magen drinnen ist, aber es müssen verschiedenste Kulturen von Würmern und Bakterien sein. Ich denke mir jetzt ist es auch schon wurscht, ein mal alle zwei Monate eine kleine „ich reinige dich von innen und töte alles was nicht da rein gehört- Pille“ und alles ist gut.
Da ich morgen und übermorgen fliegen werde und dann von 23. bis 27. Dezember in Zambia bin, möchte ich euch allen auf diesem Wege wunderschöne Weihnachten wünschen! Genießt es zu Hause. Auch wenn ihr mir das vielleicht nicht glaubt, aber manchmal denke ich mit Wehmut an die eiskalte Adventzeit mit Nebel und vielleicht ein bisschen Schnee. Erst wenn man von zu Hause weg ist, merkt man wie schön es eigentlich ist.





Meeeeeerry christmaaaaaaaaas!

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Boeing 787 Dreamliner



Diesen Blog möchte ich Boeings neuem Mittelstreckenflagschiff widmen. Er wird wohl eher für Piloten als für Mutter, Oma und Co interessant sein, aber vielleicht können sich so auch jene die nicht gerne fliegen auf den nächsten Trip freuen, denn auch für Passagiere hat sich einiges im Hause Boeing getan! Obwohl ich ja eigentlich ein Airbus Fan bin, kann ich es nicht lassen euch mit diesem top modernen Flugzeugs des 21. Jahrhunderts zu langweilen.
Mit großer Verspätung hat endlich am 15. Dezember der der Erstflug des Boeing 787 Dreamliners stattgefunden. Ende 2010 sollen die ersten Modelle ausgeliefert werden Angeblich stehen die Airlines schon schlange, da die neue Leichtbauweise, der Dreamliner ist das erste Großraumflugzeug dessen Rumpf zum Großteil aus kohlestoffaserverstärktem Kunststoff besteht, die neu entwickelten Triebwerke von General Electric und Rolls-Royce und die verbesserte Aerodynamik zu einem sichtbar geringern Treibstoffverbrauch und einem 20 Prozent geringere Emissionsausstoß als bei vergleichbaren Flugzeugen beitragen. Die komplett neuentwickelte Zelle (Flügel, Leitwerk und Rumpf) wurde in 800000 Stunden mit Clay Supercomputers entworfen. Eine lange Zeit meiner Meinung nach, aber das ergebnis kann sich sehen lassen. Und nicht nur, dass die 787 zu 50 Prozent aus Kunststoff, 20 Prozent Aluminium, 15 Prozent Titan und 10 Prozent Stahl besteht, was das Flugzeug extrem Leicht macht, hat es auch noch eine um 20 Prozent größere Treibstoffkapazität im Vergleich zu anderen ihrer Klasse.
Und jetzt kommt der interessante Teil für meine Mutter: Die Fenster werden mit Abmessungen von 48x28 Zentimetern größer als in jedem anderen Flugzeug sein. Sie  lassen sich dabei individuell elektronisch abdunkeln. Für die Kabinenbeleuchtung werden ausschließlich Leuchtdioden verwendet, diese lassen sich nicht nur in ihrer Helligkeit regeln, sondern es können auch Farbvariationen vorgenommen werden. Selbst Tagesabläufe sowie ein Nachthimmel mit Sternen ließen sich in dem Jet damit simulieren. Was dem Passagier spürbar auffallen wird, ist die Luftfeuchtigkeit mit 15 Prozent, welche normalerweise zwischen 5 und 8 Prozent liegt. Somit haben wir nicht mehr so einen trockenen Hals währen dem Flug, jeder kennt das Problem. Zusätzlich hat Boeing es geschafft, die Kabinendruckhöhe auf 1830 Meter herunterzusetzen, das sind rund 600 Meter weniger als bei herkömmlichen Flugzeugen. Mich hat aber besonders beeindruckt, dass Sensoren und intelligente Elektronik den Flug der Maschine bei Turbulenzen ruhiger machen sollen, weil in jedem Moment automatisch gegengesteuert wird. Boeing geht davon aus, dass sich dadurch das Risiko von Reisekrankheiten erheblich reduzieren lässt.
Und last but not least: Das wunderbar übersichtliche Cockpit! Könnt ihr euch vorstellen, dass dies die Kommandozentrale eines Flugzeuges ist das bis zu 320 Passagiere transportieren kann? Es sieht doch viel mehr aus wie der Arbeitsplatz in einem Kleinflugzeug! Wunderschön;)
Alles in allem sicher ein gut gelungener Flieger und so sehr ich die Buschfliegerei liebe, ich müsste lügen wenn ich behaupten würde, nicht irgendwann einmal so ein Ding fliegen zu wollen.


 In nächster Zeit gibt es wieder ein paar Likomaflüge und zu Weihnachten gehts dann hoffentlich nach Mfuwe/Zambia. Ich hoffe dieser Blog war nicht nur für die Flugbegeisterten interessant, bald versorge ich euch wieder mit neuem Bildmaterial aus Afrika!
Bis dahin schöne, heiße, schwüle, sonnige Grüße!

Montag, 14. Dezember 2009

Der Stoff aus dem Träume sind.






Cessna Caravan: single engine turbine, die nutzlast eines LKWs, garmin 1000 equipped, brand neu, 1,9 Millionen USD, das perfekte Flugzeug für den Bush! Einfach wunderschön, aber leider noch nicht für mich. Dieses gute Stück gehört nämlich einer Tabak company welche außerdem noch eine King Air aus dem Jahre 2008 haben. Dass auch dieses Flugzeug einfach nur ein Traum ist muss ich gar nicht erwähnen oder!?





Das oben ist unser kleiner Flitzer und eigentlich auch ein Arbeitstier. Eine Piper Cherokee 6, sieht wild aus, ist aber ein sehr zuverlässiges Flugzeug und ich hoffe, dass sie bald eine neue Lakierung bekommt. Unsere zweite Cherokee 6 steht leider seit einem Jahr auf Likoma Island ohne Motor, Propeller und Bugrad. Grund dafür: ein ehemaliger Nyassa Pilot hat für den Anflug eine zu höhe Geschwindigkeit gewählt und hat die Nase buchstäblich in den Sand gesetzt. Die Arbeiten den Flieger Anfang nächsten Jahres wieder einsetzten zu können sind am laufen und ich bin zuversichtlich, dass 7Q-FOX bald wieder in der Luft ist. Außerdem bekommen wir, wenn alles so läuft wie wir wollen, eine Piper Chieftain. Das ist ein zweimotoriger zehnsitzer welcher gut in unsere Flotte passen würde. Es sind für nächstes Jahr einige fly-in-Safaris geplant und das wäre ein sehr gutes Flugzeug für diese Reisen. Fly-in-Safaris sind Flüge, die für eine größere Gruppe geplant werden mit der wir dann innerhalb einiger Tage verschiedene Destinationen anfliegen. Zum Beispiel eine Tour die über eine Woche geht in der wir von Lilongwe in den Süden nach Makanga fliegen um dort ein paar Tage im wunderschönen Liwonde National Park zu verbringen. Danach könnte es weiter gehen nach Likoma, zwei Tage Badeurlaub im Paradies und dann in den Norden aufs Nyika Plateau. Ich denke das ist die einfachste und schönste Art Malawi kennen zu lernen. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf diese Flüge, wahrscheinlich werden da wieder wunderschöne Fotos entstehen!


Mutsale Bwino (stay well;))

Dienstag, 8. Dezember 2009

Es weihnachtet sehr...



Schmutig, kaputt, langsam, geil...Toyota Venture














Trockenfutter, Maismehl, Milch, Bananenstückchen...sogar ich würde es essen, die Hunde mögen es nicht!










































Chipiku, mittel- bis oberklassen Supermarkt














Merkt man dass Weihnachtstimmung aufkommt;)














Third World Meat Stand neben Third World Cafe: Fleisch aller Art frisch zubereitet, Fleisch zum mitnehmen, bring dein eigenes Fleisch und lass es braten. Nice Baby!


























I'm lovin it, in dem Fall feinstes gebratenes Rinderfleisch mit Salz, dazu Tomaten, Zwiebel und Chilli wenn man mag und one green (Karlsberg)











Gutes gemüse bekommt man hier frisch und überall zu einem günstigen Preis.













 Hey everybody!
Dieser Blog wurde von mir aus einem einzigen Grund erstellt...um Lebenszeichen nach Europa zu schicken. Ich würde euch gerne von wunderbaren Flügen und tollen Abenteuern erzählen, aber wie ich müsst auch ihr euch gedulden. Denn im Dezember ist bis jetzt noch nicht sehr viel passiert. Wir hatten zwei Beinahe-Flüge. Alles ganz dringen und super schnell. Der erste wäre ein business flight nach Blantyre gewesen. Es hieß Abflug in einer Stunde und zehn Minuten, normalerweise müssen wir eine Stunde vor Abflug am Flughafen sein, also ein unmöglicher Zeitrahmen. Naja so schnell hatte ich Krawatte und Hemd noch nie an und dank Benzinkrise waren unsere Autos auch nicht getankt und ich musste noch Sprit aus einem Fass saugen. Bin übrigens schon Profi was das angeht, habe auch schon den ein oder anderen Schluck Diesel gemacht, ist sehr zu empfehlen wenn man sich umbringen will. Wie auch immer, schweißgebadet und fertig zur Abreise haben wir in letzter Sekunde eine Absage bekommen. Unsere zweimotorige Maschine war nicht verfügbar aber nur mit so einer wollte der Kunde fliegen. Flight canceled! Woher er das Flugzeug im Endeffekt herbekommen hat weiß ich nicht denn wir sind außer Air Malawi das einzige Luftfahrtunternehmen mit Twins.
Der zweite Fast-Flug hat gestern statt gefunden. Das Telefon läutet um 0630, Notfall, Herzprobleme! Eine Person muss unmittelbar von Likoma nach Lilongwe und dann weiter nach Südafrika ins Spital gebracht werden. Nach ähnlichem Ablauf wie oben nur dass wir schon am Weg zum Flughafen waren wurde auch dieser Flug gestrichen. Für mich ist es jedes mal so als würde man einem kleinen Kind den Schlecker aus dem Mund nehmen und wegschmeißen, denn ich freue mich mindestens genauso auf jeden Flug wie der kleine Lukas von nebenan auf seinen Lolly! Naja und so gehts dahin. Leider wurde ich durch die derzeitige ruhige Phase noch nicht auf allen Flugzeugen ausgecheckt und kann so auch nicht jeden Flug mitmachen. Zwei Piloten bedeuten mehr Gewicht und oft ist es dann zu viel. Aber unsere Zeit wird kommen, ihr werdet nächstes Jahr wenn die Regenzeit vorüber ist Blogs von mir zu lesen bekommen in denen ich jammern werde weil so viel geflogen wird! Okay das war gelogen, denn welches Kind bekommt schon genug von Süßigkeiten;)
Aber um meine Familie und meine Freunde trotzdem mit Bildern zu versorgen habe ich eben wieder mal meine Cam aktiviert! Die Bilder sind sehr unspannend und es ist auch nichts neues dabei, dieser Blog war eben etwas textlastiger. Aber wie gesagt, ich bin mir sicher es wird in Zukunft noch das ein oder andere Bild zum staunen geben. Und wer sich fragt ob wir hier in Weihnachtsstimmung sind: Obwohl man ab und zu Zipfelmützen an den Kassen der Geschäfte sieht...nein! Hier ostert es mehr als dass es weihnachtet.

Zum schluss habe ich noch etwas für diejenigen, die Chichewa lernen wollen:

Hey, wie geht es dir: Muli Bwanji
Mir gehts gut: Ndili Bwino
Danke: Zikomo
Gute Nacht: Mugone Bwino
Wie viel kostet es: Zingati
Bleib gesund: Mutsale Bwino
Schöne Grüße: Zabwino Zonse
Nein: Ayi
Ja: Eya

Also dann, liebe Grüße aus dem wie immer viiiel zu heißen Malawi, das einen auch Nachts zum schwitzen bringt!