Gekochte Mäuse und frisch geschlachtete Ziegen (zumindest Morgens noch frisch) findet man öfter am Straßenrad... die Tatsache, dass Mäuse gekocht und nicht gegrillt werden schreckt mich etwas ab. Doch ich denke ich kann das Land nicht verlassen ohne zumindest eine zu probieren.
Ich habe das Land von der Luft aus gesehen, habe es am Boden erkundet, mit den Menschen hier gelacht, nach meiner Anreise Durchfall bekommen, trinke das malawische Bier, esse malawische Gerichte, hatte Malaria, habe so ziemlich jedes Tier gesehen das hier oder in den umliegenden Ländern lebt, habe meinen kulturellen Horizont erweitert, höre die Musik hier, genieße die afrikanischen Sonnenuntergänge... ich denke eine gekochte Maus muss auch noch daran glauben. Soll übrigens sehr gut sein, die besten Stücke sind Hirn und Schwanz;)
Zur Abwechslung war ich wieder in Sambia, doch dieses Mal
habe ich in einem anderen Camp übernachtet und möchte euch die Fotos meines
Schlafplatzes nicht vorenthalten. Ich genieße es immer sehr in Zelten wie
diesen untergebracht zu sein weil man das Gefühl hat mitten im Busch zu liegen,
was man ja eigentlich auch macht. Das schöne daran ist, dass man einfach alles
hört und direkt im Geschehen ist. Okay, nachts könnte das den ein oder anderen
Nerven oder einem den Schlaf rauben wenn man ständig von brüllenden Affen
umgeben ist oder Elefanten beim fressen belauschen „muss“. Es kann aber auch
sehr beruhigend sein und ich denke, dass diese Geräusche um ein vielfaches
schöner sind als jene einer Stadt. Ich bevorzuge es eher von einem grölenden
Flusspferd aufgeweckt zu werden als von einem hupenden Taxi oder dem Postmann,
der einem die Rechnungen bringt.
Außerdem fühle ich mich irgendwie sicher umgeben von all den
Tieren, obwohl man wahrscheinlich nicht einmal bis Mitternacht da draußen
überleben würde. Aber man ist ein Teil davon… angefangen vom Frosch im
Badezimmer bis hin zu den Ameisen im Bett. Einen Elefanten vor dem Zelt und den
Affen darauf, man wird von keinem ausgeschlossen und ist mit dabei;) Übrigens hatte
ich bei diesem Trip ein sehr ungewöhnliches Erlebnis… auf dem Weg zum Zelt habe
ich zwei Vervet Monkeys entdeckt die rechts und links eines Pfades in den
Gebüschen gesessen sind. Normalerweise sind diese Tiere sehr scheu, also
zumindest lassen sie einen nicht näher als ein paar Meter an sich ran. Aber
dieses Mal war es anders. Einer von beiden ist gleich ins Gebüsch verschwunden
aber der andere ist an Ort und Stelle sitzen geblieben. Als ich dann die
Geräusche die er von sich gegeben hat nachgemacht habe, ist er sogar noch etwas
näher an mich herangekommen und hat mich beobachtet. So langen Augenkontakt
hatte ich noch nie zu einem wilden Tier und wäre ich nicht weitergegangen,
hätte er mich wahrscheinlich gefragt was ich um Himmels willen mit diesem Ding
in der Hand (mein Laptop) da mache und wieso ich nicht weitergehe!
Mein Laptop ist das nächste Stichwort. Manchmal nehme ich ihn
mit auf Tour um an meinen Blogs zu schreiben, Filme anzusehen oder Fotos zu
bearbeiten. Und letzteres habe ich auch dieses Mal im Camp gemacht. Ich bin an
einem Tisch im Essbereich gesessen, welcher offen ist. Kein Zaun, keine Türe…
also von fast allen Seiten zugänglich, nur hinter mir war die Küche. Ich war
also gerade am bearbeiten einiger Bilder als ich mitbekommen habe, dass wieder
eine Gruppe von Elefanten ins Camp gekommen ist. Was an sich nichts Ungewöhnliches
ist, aber dieses Mal haben sie eine Gruppe von Holländern belästigt. Sprich
ihnen das Essen aus dem Auto gestohlen und ihre Kühlerboxen zertreten. Ich war
nicht dabei als es passiert ist, aber einer der Gäste war gerade dabei es mir
zu erzählen. In diesem Moment, der Holländer ist am schwafeln und schwafeln,
sehe ich wie sich sein Gesichtsausdruck schlagartig ändert. Mit den Worten „Ähm,
by the way, there is an elefant right behind you!“ hat er sich umgedreht und
ist hinter die Bar gesprungen. Und er hatte recht;) Der Dickhäuter ist um die
Ecke gekommen und genau, ganz genau neben mir gestanden. Ich habe keinen Grund
zu übertreiben… hätte er seinen Rüssel in dem Moment ausgestreckt, hätte er
meinen Laptop stehlen können. Es ist eine Sache Elefanten von einem Auto aus zu
beobachten, aber eine ganz andere einem ausgewachsenen Bullen von einem Meter
Entfernung in die Augen zu sehen und dabei auch noch vor seinem Laptop zu
sitzen. Was ich gemacht habe? Das Selbe wie der Holländer… you never know, so
lieb sie aussehen, Elefanten können unangenehm werden. Dieser war relaxt und
alles was ich einen kurzen Moment später noch gesehen habe war sein Hintern.
Genießt den Sommer in Europa, ich vermisse ihn!
Pfuuuui, aber was will man machen nach einem langen Flug und Air BP kommt nicht daher!
Diese drei Bilder sind beim meinem Flug ins Rio Camp
entstanden. Wenn ihr euch jetzt fragt wo genau das liegt… ich kann es euch
nicht beantworten, denn Orte, Siedlungen oder Menschen gibt es dort nicht.
Alles was ich bekommen habe waren Koordinaten irgendwo in Mozambique die mich
zu einem airstrip mitten im Niemalsland geführt haben. Mein erster
Flugabschnitt führte von Lilongwe nach Lichinga um dort meine Passagiere
abzuholen. Es handelte sich um zwei Jäger die mit schwerem Geschütz in den
Busch gebracht werden sollten um dort ein bisschen herumknallen zu können. Mit
schwer meine ich übrigens wirklich schwer. Ich weiß nicht was genau in dieser
silbernen großen Box war, aber es muss zumindest eine Panzerfaust gewesen sein.
Was sonst ist etwa zwei Meter lang und vierzig Zentimeter hoch!?
Wie auch immer, nach dem Bezahlen aller Lande- Abflug-
Handling- Parking- Navigation- Toiletten- und Höhenluftgebühern und einer
schnellen Pinkelpause gings mit unserer Airvan schon wieder weiter Richtung
Nordost. Die ganze Woche habe ich mich auf diesen Flug schon gefreut, denn
erstens war ich noch nie in dieser Gegend des Landes und zweitens wusste ich,
dass ich wieder auf das Afrika stoßen würde nachdem ich gesucht habe.
Menschenleer und unendlich weit! Um eines klar zu stellen, als Österreicher
komm ich gar nicht drum herum Berglandschaften zu lieben, aber mein Herz
schlägt für extreme Weiten, für riesige Becken oder für weitreichende
Hügellandschaften. Und all das habe ich heute aus dem Cockpit aus gesehen.
Vereinzelt ragen kleine Berge und Plateaus wie Inseln aus dem mit Bäumen
übersäten Flachland Mozambiques hervor, unangetastet von Straßen oder Wegen.
Nach vierzig Minuten konnte ich dann schon am Horizont ein kleines abgerodetes
Fleckchen erkennen welches sich dann wirklich als meine Landebahn
herausstellte. Danach folgte nur noch das Standartprogramm… lowpass bzw.
niedriger Überflug um Wild und Vieh zu verjagen und um die Bodenbeschaffenheit
des Strips zu überprüfen, gefolgt von einem schön in die länge gezogenen Linkskreis
und wieder hinein ins final. Alles in allem war das heute einer meiner
schönsten Flüge. In Gegenden wie diesen fühlt man sich in einem Flugzeug
wirklich frei wie ein Vogel. Es gibt kaum etwas, dass an Erlebnisse wie diese
herankommt und dafür werde ich auch noch bezahlt. Ich kann nur sagen, ich habe
verdammt großes Glück, diesen Beruf ausüben zu dürfen, denn es gibt keinen
besseren. Jeder, der heute bei diesem Trip dabei gewesen wäre, würde dies
bestätigen.
Und weil ich schon beim Thema Überflug und Vieh bin… gestern
hätten fast fünf Ziegen daran glauben müssen. Ich war gerade im Landeanflug auf
Monkey Bay, einem airstrip der mitten in einem Dorf am Malawisee liegt.
Eingezäunt ist er natürlich nicht, was dazu führt, dass Mensch und Tier ihn als
Gehweg, Liegeplatz oder Fußballfeld benutzen. Ich habe über Funk schon
durchgegeben, dass ich mich im short final befinde (fragt mich nicht wem ich
das gesagt habe, denn einen tower gibt es dort natürlich nicht und Verkehr
trifft man auch nicht all zu oft in der Luft an) und befinde mich einige Meter
über Grund kurz vor dem Aufsetzen der Maschine. Es war sehr dunstig, was die
Sicht verschlechtert hat. Meine rechte Hand befand sich auf dem Gashebel, wenn
wir das jetzt mal so nennen, und meine Linke auf dem Steuerhorn (hört sich
ziemlich beschränkt auf Deutsch an). Ich habe die power schon auf praktisch
null reduziert, als ich plötzlich neben der Piste eine Herde von Ziegen sehe,
nicht weit von meiner Aufsetzzone entfernt und anstatt von mir weg zu laufen,
rennen diese dummen Viecher in die runway hinein. Für mich Grund genug um
durchzustarten, denn hätte ich es nicht gemacht, gäbe es Ziegengulasch zum
Abendessen und der Flieger wäre hin gewesen! Ohne zu übertreiben kann ich
sagen, dass ich die Paarhufer um etwa einen Meter verfehlt habe, aber ich rede
von einem Meter nach oben. Die Richtung hätte schon gepasst.
Ich hätte mir eigentlich gedacht, dass der Grund für meinen
ersten go around das Unterschreiten der Sichtminima sein wird, oder ein anderer
Jumbo Jet auf der Landebahn, aber nicht fünf beschränkte Ziegen. Määäääää!
Zum ersten Mal seit meinem Heimaturlaub war ich wieder etwas
länger in Sambia und überrascht, wie sehr sich das Land in so kurzer Zeit
verändert hat. Eigentlich sollte ich das nicht sein, denn vor einigen Monaten
habe ich im Takt, konstant, wöchentlich manchmal sogar täglich miterlebt wie
alles ergrünt, wie schnell die Gräser wachsen und wie hoch das Wasser der
Flüsse in so kurzer Zeit ansteigen kann. Jetzt war es umgekehrt der fall. Braun
über braun und in de Flussbetten fließt lange nicht mehr so viel Wasser wie es
im afrikanischen Sommer der Fall ist. Die Bäume verlieren ihre Blätter und die
Bodenflora ihre Dichte. Die Gewässer ziehen sich zurück und langsam verlagert
sich das Geschehen zu den wenigen Wasserlöchern die in der Trockenzeit noch
übrig sind. Tiere kommen aus den Tiefen des sambischen Busches hervor. Eine
beschwerliche Zeit für Vegetarier und das große Fressen für den Rest steht an.
Der Busch hat zwei Gesichter, Wasser und Staub. Wasser bedeutet Schutz,
Schatten, Nahrungsüberfluss für die meisten Lebewesen hier, neues Leben, viel
Jungtier. Staub bedeutet Hitze, Hunger, Durst, Schwäche vor allem aber freies
Schussfeld für Löwen oder Leoparden was ebenfalls neues Leben bedeutet. Und
jetzt kommen definitiv die dicken, saftigen Monate der Jäger.
Leider konnte ich während meines jetzigen Aufenthalts bei
keinem gamedrive, bei keiner Safari teilnehmen, aber ich war sicher nicht zum
letzten Mal im Busch Sambias. Für ein paar Fotos hat es trotzdem ausgereicht,
immerhin liegt die Lodge mitten im South Luangwa Nationalpark wo es von
wildlife nur so wimmelt!
Noch eine kleine aber feine Information zum Abschluss: Was
ist der Unterschied zwischen Hippos und Elefanten? - Hippokack stinkt,
Elefantenkack nicht! Tatsache…
Auf dem Weg zu meiner Strohhütte, wurde ich durch den hell
leuchtenden Sternenhimmel daran erinnert, dass ich vor lauter Bäumen den Wald
nicht mehr gesehen habe. Ich weiß nicht genau wann es dazu gekommen ist, aber
in den letzten Wochen gab es für mich nur fliegen, oder nicht fliegen. Dabei
habe ich vergessen, wie schön es hier ist und wie sehr ich es eigentlich
genossen habe die Natur zu beobachten. Ich versuche es jetzt so zu formulieren
ohne kitschig zu werden, was mir aber schwer fallen wird weil es die Eindrücke hier
fast nicht zulassen.
Wie gesagt, ich war auf dem Weg zu meiner Strohhütte. Ich
befand mich auf Likoma Island und war nach dem Abendessen (frischer Fisch mit
Kartoffeln und Gemüse) bereit fürs Bett. Auf halben Weg bin ich an Ort und
stelle stehen geblieben und habe für ein paar Minuten inne gehalten. Wieso? Was
habe ich gesehen was so aufregend ist? Es war der Mond der knapp über dem
Horizont gestanden is. Obwohl er nur sichelförmig war hat sich sein goldener
Schein auf dem schlafenden See gespiegelt und so den Sandstrand erhellt. Das
Licht war gerade so stark, sodass man trotzdem millionen Sterne am Himmel sehen
konnte. Irgendwo draußen am Wasser waren die vielen kleinen Lichter der
Fischerboote zu erkennen, die wie Laternen in der Ferne herumgetanzt haben um
Fische anzulocken. Mit den Füßen im Sand und den Augen nach oben, eingehüllt in
die angenehm kühle Luft der Nacht konnte ich ihr wieder lauschen… der Stille,
die man bei uns so vergeblich sucht. Nur das Lagerfeuer neben mir hat geknistert,
indem sich ein junges Pärchen sein mitgebrachtes Abendessen gekocht hat. Genau
diese Minuten werde ich vermissen wenn ich einmal nicht mehr hier sein werde
und genau diese Minuten werden mich immer wieder nach Afrika zurück holen. Wann
auch immer das sein mag und zu welchem Zweck.
Ich habe aufgehört zu zählen wie oft ich schon auf dieser
Insel war, aber mir hat dieser Aufenthalt wieder gezeigt wie schön es hier
eigentlich ist. Ich habe mich schon öfter darüber beschwert herkommen oder
wieder drei Nächte hier verbringen zu müssen. Aber man darf nicht aufhören das
zu schätzen was man hat, auch wenn es manchmal so scheint, als würden die
Farben verblassen.
Um jetzt den Kitsch doch noch etwas zu mindern, möchte ich
gerne einen Ausschnitt aus dem Buch das ich gerade lese hier einfügen. Mein
Freund Flo hat es mir zum Abschied geschenkt und es heißt „Afrikanisches
Fieber“ geschrieben von Ryszard Kapuscinski. Der Autor ist mit Nomaden durch
die Wüste gezogen und mit Partisanen durch den Busch. Insgesamt hat er vierzig
Jahre in Afrika verbracht und in diesem Buch seine Erlebnisse und Abenteuer
niedergeschrieben. Ich habe es noch nicht zu ende gelesen, aber nachdem ich
diesen Absatz gesehen habe, musste ich ihn einfach auf meinen Blog stellen.
Denn er ist mehr als zutreffend und um einiges besser formuliert als ich das je
könnte:
Wir steigen in den Autobus und nehmen unseren Platz ein. In
diesem Augenblick kann es zur Konfrontation zweier Kulturen, zur Kollision und
zum Konflikt kommen. Das geschieht, wenn der Passagier ein Neuankömmling ist,
der Afrika nicht kennt. So ein Mensch beginnt sich umzudrehen, umzuschauen und
zu fragen: „Wann fährt den der Autobus ab?“ „Was heißt wann?“ sagt der Fahrer
erstaunt. „Wenn so viele Leute beisammen sind, dass er bis auf den letzten
Platz besetzt ist.“
Europäer und Afrikaner haben zwei völlig verschiedene
Zeitbegriffe, sie nehmen die Zeit anders wahr, haben eine andere Einstellung
ihr gegenüber. In der Übersetzung des Europäers existiert die Zeit außerhalb
des Menschen, objektiv, gleichsam außerhalb unserer selbst, und besitzt eine
messbare, lineare Qualität. Nach Newton ist die Zeit absolut: „Die absolute,
wirkliche und mathematische Zeit fließt in sich und ihrer Natur gleichförmig,
ohne Beziehung zu irgend etwas außerhalb ihrer Liegenden…“ Der Europäer sieht
sich als Diener der Zeit, ist von ihr abhängig, ihr untertan. Um funktionieren
zu können, muss er ihr ehernen, unverrückbaren Gesetze, ihre starren Prinzipien
und Regeln achten.
Er muss Termine einhalten, Daten, Tage und Stunden. Er
bewegt sich innerhalb des Getriebes der Zeit, kann außerhalb des Getriebes
nicht existieren. Dieses Getriebe drückt ihm seine Zwänge, Aufforderungen und
Zwänge auf. Zwischen dem Menschen und der Zeit besteht ein unlösbarer Konflikt,
der immer mit der Niederlage des Menschen endet – die Zeit zerstört ihn.
Ganz ander sehen die Eingeborenen, die Afrikaner die Zeit.
Für sie ist die Zeit eine ziemlich lockere, elastische, subjektive Kategorie.
Der Mensch hat Einfluss auf die Gestaltung der Zeit, ihren Ablauf und Rhythmus.
Die Zeit ist sogar etwas, was der Mensch selbst schaffen kann, weil die
Existenz der Zeit zum Beispiel in Ereignissen zum Ausdruck kommt, ob es aber zu
diesen Ereignissen kommt oder nicht, hängt schließlich vom Menschen ab. Wenn
zwei Armeen auf eine Schlacht verzichten, dann hat diese Schlacht nicht
stattgefunden (das heißt die Zeit hat ihre Existenz nicht unter Beweis
gestellt, existierte nicht).
Eine völlige Umkehrung des europäischen Denkens. In
Umsetzung auf praktische Situationen bedeutet das: Wenn wir in ein Dorf kommen,
wo am Nachmittag eine Versammlung stattfinden soll, aber am Versammlungsort
niemanden antreffen, ist es sinnlos zu fragen: „Wann wird die Versammlung
stattfinden?“ Die Antwort ist nämlich von vornherein klar: „Wenn sich die
Menschen versammelt haben.“
Ryszard Kapuscinski,
Afrikanisches Fieber
Ob man dieses Zeitgefühl, diese Art zu denken annehmen will
oder nicht, muss hier jeder für sich entscheiden. Ich kann nur aus eigener
Erfahrung sprechen wenn ich sage, man würde verzweifeln täte mans nicht!
Mr. Juan the Chief Cpt. Isidro und seine alte Tante
His Excellency
Was stimmt hier nicht?
Gleich neben Lilongwe airport gibt es ein nettes Lokal in dem es günstiges Chicken Nsima gibt. Wenn wir Zeit haben schauen wir dort vor oder nach den Flügen zum lunch vorbei.
Ungesicherte Fracht, wäre bei uns unmöglich, hier alltäglich. Wobei dieser LKW noch harmlos ist...
Club Makokola, gleich neben der runway wird man von kleinen Vervet Monkeys empfangen. Thanks guys!
Ohne Worte...
Haubenküche...
Zur Abwechslung gabs mal wieder ein Grillfest. Piloten unter sich, drei mal dürft ihr raten um was es in 90 Prozent unserer Unterhaltungen geht.
Ich denke das ist das erste Bild von Johan auf meinem Blog... bitte sehr, Frischfleisch aus Norwegen!
Weil es Freitagabend ist und uns Piloten nichts Besseres einfällt als zu Hause zu bleiben, dachte ich mir ich schreib mal wieder ein bisschen an meinem Blog.
Zu Beginn möchte ich mich herzlich bei Herrn und Frau Seewald bedanken, die es mir ermöglicht haben, in ihrer Citation Mustang nach Italien und Spanien zu fliegen. Dieses Wochenende war ein einmaliges und tolles Erlebnis welches meine Sehnsucht nach Jet-A1 und FL 410 noch um ein vielfaches verstärkt hat. Vielen Dank und liebe Grüße! Ich habe mir erlaubt auch ein paar Fotos online zu stellen.
Die anderen beiden hat Juan geschossen. Sie sind heute Nachmittag entstanden als wir in Lilongwe unterwegs waren um ein paar Dinge zu besorgen.
Es ist schon witzig wie riesig groß die Unterschiede zwischen dem Wiener Prater und old town Lilongwe sind. Naja eigentlich eh klar, aber diese zwei Welten in nur wenigen Tagen gleichzeitig erleben zu können ist schon was Besonderes. Am Samstag habe ich noch Stelze mit meinen Eltern und meinen Freunden gegessen und heute muss ich in drei verschiedene Geschäfte gehen um das zu bekommen was ich suche. Für jemanden der nicht gerne einkauft kann das schon sehr anstrengend sein. Andererseits genieße ich es auch einfach nur durch die Gegend zu fahren und alles hier aufzusaugen, die Leute zu beobachten oder den Schlaglöchern auf der Straße auszuweichen;)
Zur lunchtime waren wir dann bei unserem Stammlokal… oder mehr Grillplatz, weil überdacht ist es ja nicht. Gegessen haben wir wie immer (und ich meine wirklich wie immer!) Chicken Nsima! Dazu serviert Bohnen, Tomatensauce, undefinierbares Gemüse und das wunderbar versüßte Fanta Orange das bei uns schmeckt wie ein anderes Getränk (Afrikaner habens gerne süß). Gegessen wird natürlich mit den Händen, was mir persönlich auch sehr Spaß macht bzw. ich das sehr genieße, denn würde man bei uns so essen würde uns der Wirt mit einem Tritt in den Allerwertesten aus dem Lokal befördern. Doch jeder, egal ob in Anzug oder Fetzen, isst hier so… was bleibt uns also anderes übrig? Schließlich muss man sich anpassen und Nsima lässt sich sowieso nur sehr umständlich mit Besteck essen. Wäre als ob man einen Vanillepudding versucht in Stücke zu schneiden. Kleine Info am Rande: Malawier kneten das Zeug zuerst zu einer Kugel bevor sie es in essen. Ich persönlich finde das eher noch unhygienischer als es ohnehin schon ist.
Danach gings heim. An flugfreien Tagen muss man sehen wie die Zeit rum geht aber das lernt man hier schnell. Lesen, Emails schreiben, vielleicht Fotos bearbeiten falls man neue geschossen hat oder vom fliegen träumen! Aber ich kann mich nicht beschweren, gleich am Tag nach meiner Ankunft gings schon in die Luft und am Tag danach ebenfalls.
Ich muss sagen langsam wird es schwer euch neues zu bieten, denn ich habe Bilder aus dem Busch Sambias, vom Hochplateau Malawis und dem Alltagsleben Lilongwes. Ich hoffe, dass es nicht langweilig wird bzw. bin für Anregungen und Wünsche offen. Any spezial wishes?
Also, ein schönes Wochenende und schöne Grüße aus dem in der Sonne angenehmen, im Schatten kühlen und in der Nacht kalten Malawi!
Cheers
Kurz und bündig möchte ich mich aus Afrika zurückmelden und allen sagen,
dass ich gut angekommen bin. Der Flug war okay und das Wetter ist perfekt,
nicht zu heiß und nicht zu kühl... von wegen Winter! Außerdem möchte ich mich
bei allen für diese tollen vier Wochen zu Hause bedanken. Es ist schön so eine
Familie und so gute Freunde zu haben! Das ist alles was zählt.
Morgen geht es gleich ab in die Lüfte... endlich, denn ich war schon auf Entzug.
Trotzdem ist mein Herz zweigeteilt, wieso muss ich nicht erklären oder?
Ich denke, dass es bald wieder schöne Bilder und neuen Stoff zu erzählen gibt.
Bis dahin alles Gute und mutsale bwino!
Ps.: Für jeden der es nicht weiß: Das ist unser Pilotshouse im Licht der untergehenden Sonne!