Sonntag, 29. November 2009

Goodbye Kirstein!































Gestern haben wir unseren Piloten aus Südafrika mit einem netten BBQ verabschiedet. Da warens nur noch drei! Senthil macht gerade Urlaub zu Hause in Indien und kommt mitte Februar wieder, Chris ist in England und kommt März oder April zurück und Kirstein verlässt uns am Dienstag. Zurück bleiben Salmon aus den USA, Michael aus dem wunderschönen Österreich und ich. Über Weihnachten werde überhaupt nur Salmon und ich fliegen, denn auch Michael fährt bald auf Urlaub. Ich denke aber nicht, dass wir irgendwelche organisatorischen Probleme haben sollten, denn gerade um diese Zeit wird es besonders ruhig sein. Zu Weihnachten sind aber jetzt schon zwei Flüge gebucht, wenn wir Glück haben können wir am 24. fliegen, für mich jedenfalls wäre es ein tolles Weihnachtsgeschenk. Wer sitzt schon gerne alleine zu Hause, egal ob Weihnachten vor der Türe steht oder nicht. Aber zurück zum BBQ. Jazz, die Freundin eines Piloten der mit uns gut befreundet ist, war so nett und hat uns angeboten, das Fest bei ihr zu machen. Das tolle daran war, bei ihr heißt in der Lodge ihrer Eltern. Kumbali Lodge. In ihr haben unter anderen Madonna und Ewan McGregor residiert. Sie liegt nur zehn Minuten von Lilongwe entfernt, mehr braucht man aber auch gar nicht um im Busch zu sein. Sobald du die Stadtgrenze überfährst, merkst du du bist am Land. Die kleinen Dörfer haben meistens weder Strom noch Wasser und die Straßen werden zu Feldwegen die wenn es regnet zu Schlammflüssen werden. Die Lodge selber ist wirklich sehr schön und Jazz hat am selben Anwesen ihr kleines Haus, wo wir auch gegrillt haben. Das Essen schmeckt mit so einer Aussicht schon um einiges besser als sonst. Ich bin jedes mal aufs neue fasziniert wie wunderschön die Landschaft hier ist, nur ein paar Meter außerhalb der "Stadt". Ich meine es ist eher eine größere Menschenansammlung mit etwas mehr Infrastruktur als im Busch die, meistens jedenfalls, mit Strom und fließend Wasser versorgt wird. Stadtfeeling kommt auf jeden Fall nicht auf, aber das ist auch gut so. Wenn ich das gewollt hätte wäre ich nach New York gegangen. Ich kann mich nur wiederholen, die Menschen, die Landschaft, die Kultur und Natur sind Wundermedizin für Seele und Körper;)
Nach dem BBQ gings dann noch auf Lokaltour. Man glaubt es kaum, aber hier in Lilongwe kann man schon halbwegs gut fortgehen. Ich meine eine Partymetropole wie Wien, London oder Berlin ist es nicht, aber man kann sich einen seh netten Abend mit freunden machen. Enjoy the Pix und bis zum nächsten mal!

Mittwoch, 25. November 2009

Tage außerhalb des Cockpits














Muli bwanji!
Ich habe jetzt schon etwas länger nichts ins Internet gestellt, weil ich um ehrlich zu sein nicht sehr viel Fotomaterial hatte/habe. Ich mache zwar hier und da Fotos wenn ich durch Lilongwe fahre, aber ich möchte es vermeiden wie ein Tourist rüber zu kommen. Trotzdem, meine Kamera ist meistens dabei und hier habt ihr ein paar Pix aus dem Alltag, jenseits von Cockpit und Höhenluft. Leider hat bereits die Zeit begonnen, in der die bookings spürbar zurückgehen und wir nicht so viel fliegen wie sonst. Aber umso mehr freut man sich, wenn man auf der Übersicht einen Flug entdeckt und weiß, man bekommt bald wieder seine notwendige Dosis um so über die nächsten Tage zu kommen. Denn das Wetter passt, obwohl die Regenzeit schon vor der Türe steht, heißt das keineswegs man kann nicht die Lüfte Malawis erobern. Die Wetterverläufe sind hier teils unberechenbar, am Vormittag ist strahlender Sonnenschein und eine Stunde danach schüttet es. Zum Glück sind das meist lokale Quellwolken, die man auch umfliegen kann. Also wer jetzt denkt es zahlt sich nicht aus über den europäischen Winter nach Malawi zu kommen, der täuscht sich. Ich würde fast sagen es ist noch ein größeres Abenteuer als sonst. Und die Sonnenuntergänge sind meiner Meinung nach noch viel schöner als bei ungetrübten Wetter. Heute zum Beispiel waren Salmon, Kirstein und ich Abends noch einkaufen. Es war nur ein Einkauf, aber wenn du auf der Ladefläche von einem Pick Up durch Lilongwe fährst, du hast den Geruch von Regen und Natur in der Nase, die Leute tummeln sich auf den Straßen herum und die Sonne geht am dunstigen von Wolken umgebenden Horizont unter...da macht sogar das Spaß. Du musst nur vor die Türe gehen und hast Abenteuer, Natur und Kultur pur. Auch wenn es zwischen halb sechs und sechs dunkel wird heißt das nicht, dass das Land schlafen geht. Das Leben spielt sich hier auf den Straßen ab, tagsüber und Nachts. Du hast nie das Gefühl alleine zu sein.
Heute war unsere Hauptaufgabe die Beschaffung von Treibstoff, egal ob Diesel oder Benzin. Wir brauchen beides. Wer mein Video gesehen hat, das ich gestern online gestellt habe, der weiß wie es sich auf den Tankstellen hier abspielt. Es herrscht Krieg. Leider meine ich das nicht nur so, wir waren heute einmal Nachmittags und einmal Abends bei einer gas station...wir hatten Glück. Zwei mal achzig Liter. Wie sonetwas abläuft...du wartest in einer Reihe von Menschen die mit Kanistern in ihrer Hand wie du hoffen, ein paar tropfen von der kostbaren Flüssigkeit abzubekommen. Doch natürlich stehen hier nicht nur zig Menschen, denn das ist ja eine Tankstelle. Autos von allen Seiten versuchen an die Zapfsäulen heran zu kommen. Warum das ganze etwas den Flair von Krieg bekommt...die Stimmung brodelt und die Luft knistert, zumindest wenn jemande verucht sich vorzudrängen. Neben den Zapfsäulen stehen Soldaten mit Maschinengewehren um im Fall des Falles das Schlimmste zu verhindern. Etwas übertrieben, denn ich denke die Leute hier haben dieses negativ Gen nicht im Blut. Ich habe hier noch nie gesehen, dass jemand gewalttätig oder handgreiflich wurde. Das heißt aber nicht, dass sie gut zueinander sind. Leider muss man sehr oft beobachten, dass wohlhabende Schwarze in Armut lebende Schwarze sehr herablassend behandeln. Aber das ist natürlich auch überall so. Ich hätte mir nur gedacht, dass hier der Zusammenhalt vielleicht etwas größer ist. Trotzdem, Malawi verdient seinen Namen "the warm heart of africa". Selbst auf der Tankstelle wo jeder selber sehen muss wie er weiter kommt haben sie mir geholfen, mein Fass das ich mitgebracht habe aufzumachen. Werkzeug hatte ich vergessen;)
Ich hoffe die Bilder verschaffen euch etwas mehr Einblick in das Leben hier im schönen Afrika. Auch wenn vieles so anders ist und man teilweise verzweifelt, an Kleinigkeiten die bei uns selbstverständlich sind, die Zeit hier möchte ich nicht missen. Wenn man ein offener Mensch ist und dieses Land an sich heran lässt, dann kann man hier so einiges lernen. In einem Land das so arm ist, dass Leute Mäuse essen und Kinder die auch nur ein paar Cent bekommen zu ihren Freunden gehen und mit ihnen teilen.

Dienstag, 24. November 2009

Rohmaterial

Den ganzen Abend gab es keinen Strom und kein Internet. Kurz bevor ich meine Äuglein schließen wollte, hats plötzlich doch geklappt. Ein Video gibts mal, um einen Bericht zu schreiben bin ich leider zu müde. Coming soon!!! Ich wurde gefragt, ob ich nicht mal einen Film ohne Hintergrundmusik sondern einfach mit dem Originalton machen kann, Bilder aus dem Alltagsleben...bitte sehr, enjoy Lilongwe! Ich sags aber gleich, Oskar gewinne ich mit diesem hier keinen.

Donnerstag, 19. November 2009

Movie again!

Es tut mir leid, ich habe mit diesem Video sicher nicht den Musikgeschmack von jedem getroffen aber man kann den Ton ja auch wegschalten und eine Cd auflegen!
Liebe Grüße aus Lilongwe!!!

Montag, 16. November 2009

Lilongwe/Monkey Bay/Lilongwe/Likoma/Karonga/Lilongwe















Muli Bwanji!
Heute war wieder mal ein ganz besonders heißer Tag. In der Früh wurde ich von den Sonnenstrahlen aufgeweckt, die durch das Fenster geschienen haben wie ein Lichtstrahl der durch eine Lupe geschickt wird. Ich weiß, das ist gemein, denn soviel ich weiß, ist es in Österreich zur Zeit alles andere als warm. Im Laufe des Vormittags, haben sich dann ziemlich großer Wolken aufgetürmt, aus denen es dann zur Mittagszeit für etwa eine Stunde dermaßen geschüttet hat, das innerhalb von Minuten rund ums Haus kleine Bäche entstanden sind. Wenn es dann beginnt öfter und länger zu Regnen, kann eine Straße schon mal zu einem Fluss werden und ein Fluss zu einem großen Problem. Heute hat der Regen aber wie gesagt relativ schnell wieder nachgelassen und danach hat es uns die Sonne wieder so richtig besorgt! Das ist der schlimmste Mix, Gewitter und Feuchtigtkeit mit Sonne und Affenhitze! Selbst wenn man einfach nur da sitzt und sich nicht bewegt, du schwitzt. Wenn dein Auto dann keine Klimaanlage hat und du in einer Schlange mit 20 anderen vor dir stehst, dann wir es unangenehm. Wo kann so etwas vorkommen? Nein, nicht beim Mc Drive, den gibts hier nämlich nicht. Ihr habt schon richtig gelesen, kein Mc Donalds, zumindest nicht in Lilongwe. Dafür gibt es einen Mc Daughts! Selbes Logo, ähnlicher Speiseplan, witzig oder!? Aber auch da haben wir nicht eineinhalb Stunden unseres Nachmittags im Auto verbracht. Wisst ihrs schon? Ich gebe euch einen Tip: Malawi hat zu wenig Geld, um sich Diesel und Benzin leisten zu können. Auch Avgas und Kerosin (der Stoff mit dem Flugzeuge fliegen) ist Mangelware. Genau! Auf der Tankstelle! Wir haben Diesel gebraucht, zwar haben wir das Glück und besitzen vier Fahrzeuge von denen nur eines mit Diesel fährt, aber auch das muss getankt werden. Benzin gibt es zur Zeit, zwar nicht viel aber immerhin genug, sodass nicht halb Lilongwe bei den Tankstellen auf Stoff wartet! Vor uns, ein paar Lkw und ein paar Pkw, alle warten darauf tanken zu können, aus einer einzigen Dieselzapfsäule. Von beiden seiten kamen sie schon. Ihr müsst euch einen einzelnen Tankhahn vorstellen, an den sich von links und von rechts massen von Autos herantasten und rundherum auch nochmal ca. zwanzig bis dreißg Menschen stehen, die ihre Kanister volfüllen wollen. Alles im 4/4 Takt, Auto rechts, Kanister, Auto links, Kanister, Streit, noch mehr Kanister, Lkw, Streit und wieder Kanister. Zum Glück laufen dort Leute rum, die Essen und Getränke verkaufen. Brot, Mehlspeisen, Fleischtaschen, Gemüsetaschen. Trotzdem, das kann man sich in Österreich gar nicht vrostellen was sich an einer Tankstelle abspielen kann. Wisst ihr, das Land verhungert, Menschen sterben früh, Kinder können nicht zur Schule, es gibt oft keinen Sprit, von dem manche aber leben, da sie mit ihrem Minibus herumfahren und Leute von A nach B bringen oder sie sehr weite Strecken fahren müssen, um zur Arbeit zu gelangen. Aber der Präsident, Dr. Bingu wa Mutharika meinte trotzdem er müsse sich in einer Nacht und Nebel Aktion einen brand neuen Regierungsjet, um nicht weniger als 16 Millionen Dollar zulegen. Das kostet der Flieger mal in der Anschaffung, was man genau für eine Flugstunde hinlegt, möchte ich gar nicht schätzen. Aber eines kann ich euch versichern, man bekommt einen gerbauchten Audi A3 dafür. Und das waren dann noch nichteinmal alle Kosten. Mir kommt es wirklich hoch, wenn ich daran denke, was man mit diesem Geld alles machen hätte können. Wie viele Menschen man ernähren oder wie viele Schulen man bauen könnte. Wenn er etwas überlegt hätte, dann wäre er sicher früh genug drauf gekommen, wie viele etliche Stunden man um dieses Geld ein Flugzeug chartern könnte. Die zwei Super Puma Militärhelikopter die ihm Tag und Nacht zur Verfügung stehen waren ihm anscheinend zu unbequem oder zu langsam. Gestern erst habe ich am Flughafen in Lolongwe gesehen, wie er abgereist ist, in seinem frisch lakierten Jet. Ziel: unbekannt, nichteinmal über Funk haben sie es durchgesagt. Ich denke, dass speziell Präsidenten oder hochrangige Regierungsangestellte ärmerer Länder, noch weniger mit Geld und Macht umgehen können als die anderer Länder. Wer in Lehmhütten aufwächst, sich mit aller Kraft hoch kämpft und es dann schafft ein nennenswertes Mitglied der Regierung zu werden, der hat das recht sich alles zu gönnen. Wie ich da hin komme? Ich preise Wasser und trinke Wein!
Trotzdem möchte ich noch kurz auf meine Bilder eingehen. In der Früh gings los nach Monkey Bay, ihr wisst schon, die runway die keine ist! Wohl eher ein riesen Fußbalfeld für Kinder, ein guter Gehweg für Erwachsene und ein netter Spielplatz für junge Hunde. Die Landung ist mir trotzdem gut gelungen, obwohl im short final noch ein Herr ganz langsam und gemütlich quer über die Landebahn spaziert ist. Hätte das Flugzeug eine Hupe, ihr könnt euch sicher sein dass ich ihn damit weggeblasen hätte. Naja, alles gut genagen. Nach einem Zwischenstop in Lilongwe zum auftanken gings dann weiter nach Likoma, auch nur kurz...gelandet, Cargo raus, Gäste rein und weiter gehts zurück nach Lilongwe. Nur ohne mich, ich bin umgestiegen in 7Q-BAT, unsere 2Mot! Salmon und ich sind damit nach Karonga geflogen, das ist im Norden von Malawi und liegt auch direkt am See. Die Gegend da ist toll, links von dir die Berge und rechts von dir die Küste! Der Tower hat sich erst dann gemeldet, als wir im Tiefflug übers Flugfeld geprettert sind, er hat uns später gesagt, dass er unten Big Brother Africa geschaut hat. Auch da gabs für uns nur einen kurzen Aufenthalt, unsere Gäste sind kurz nach uns am "Flughafen" angekommen. Der folgende Flug war etwas ganz besonderes, weil er nach Lilongwe auf direktem Wege über das wunderschöne Nyika Plateau führt. Den schönsten Ort, den ich bis jetzt in Malawi gesehen habe. Es war wirklich ein wahnsinns Gefühl, im Tiefflug über die grünen Hügel und die vielen kleinen Oasen zu fliegen. Das Plateau selber befindet sich schon auf 8000 Fuß, somit ist es sich schön mit einem langsamen Steigflug von Karonga ausgegangen, alles genau bewundern zu können. Bei unserem Überflug, der ca. zehn Minuten gedauert hat, haben wir Herden von Antilopen gesehen und Zebras, die am grasen waren. Und das alles aus dem Cockit, von oben. Ich kann mir eigentlich nichts schöneres vorstellen, wären wir in diesem Moment abgestürzt, es wäre mir wahrscheinlich egal gewesen. Könnt ihr euch das vorstellen? Bitte...macht die Augen zu fliegt in Gedanken mit mir mit. Die grünen Wälder ziehen an dir vorbei, vor dir siehst du eine Herde von Antilopen, etwa 20-30 Stück, sie beginnen vor dir weg zu laufen. Diese Bilder kennst du besten Falls aus König der Löwen. Ein paar Sekunden danach kommen hinter dem nächsten Hügel vier Zebras auf dich zu, du kannst sogar erkennen, dass sie gerade an irgendetwas herumkauen. Die Zebras lassen sich eher nicht vom Motorengeräusch beeindrucken. Du schaust auf den Geschwindigkeitsmesser...170kt, das sind mehr als 300 kmh. Dich beeindruckt das ganze so, dass du glaubst die rische Luft der Berge riechen zu können...verucht es und wer es sich nicht vorstellen kann sollte es erleben, denn der nächste Urlaub in Amerika, der Türkei oder in Frankreich kann warten, glaubt mir das!
Gute nacht euch allen;)

Sonntag, 15. November 2009

Happy Likoma Birthday























Zu diesem Blog möchte ich eigentlich gar nicht so viel sagen, denn er ist nur eine Ergänzung zum letzten. Was mir aber wichtig ist: Die Bilder, auf denen wir Alkohol trinken, sind an unserem freien Tag auf Likoma entstanden und wir mussten den Tag darauf nicht fliegen. Wir sind uns unserer Verantwortung sehr wohl bewusst und haben, auch wenn es auf den Bildern nicht ganz danach aussieht, einen gewissen Pegel nicht überschritten. Ich denke morgen oder vielleicht übermorgen gibt es wieder ein paar neue Pix! Bis dahin viel Spaß mit diesen hier!