Freitag, 13. November 2009

Geburtstag auf Likoma























Vielen Dank für eure Glückwünsche, ich habe alle erhalten und mich wahnsinnig gefreut! Ich glaube an Tagen wie Weihnachten und Geurtstag vermisst man seine Freunde und Familie ganz besonders. Aber ich muss sagen, es war auch ganz okay auf Likoma Island. Zwar ruhiger und ohne Party, dafür konnte ich aber im Malawisee tauchen gehen und habe abends mit ein paar netten Leuten die Kirstein und ich bei Mango Drift, Backpackers Lodge kennengelernt haben ein paar Bier getrunken. Wenn man wie ich, schon mit 25 Panik vor dem Altern hat, dann feiert man auch gerne mal im Untergrund bis gar nicht. Ja ich weiß, mit diesem Satz beleidige ich so ziemlich alle die älter sind als ich, aber jeder geht mit seinem Alter andes um. So und jetzt genug davon.
Ich weiß eigentlich nicht was man über Likoma noch schreiben kann, außer dass es super schön ist und man hier außer relaxen, tauchen, essen und trinken nichts anderes machen kann/muss. Und all das habe ich gemacht. Scubadiving habe ich am Mittwoch zum ersten mal in süßwasser gemacht, das aber aussieht wie ein Meer. Ich war vorher schonmal in diversen Seen tauchen, aber keiner von denen war auch nur annähernd so klar, groß und tief wie Lake Nyasa (der ursprüngliche Name des Sees)! Ich muss aber sagen, dass an diesem Tag die Sicht gar nicht so gut war wie zum Beispiel an Tagen zuvor an denen ich nur schnorcheln war. Haie, Korallen oder Rochen sieht man leider nicht so viele wie im roten Meer, eigentlich habe ich keinen einzigen zu gesicht bekommen, wieso bloß? Dafür aber schönste Steinformationen und einen Fisch, den ich zum letzten mal im Fernsehen mit sechs Jahren gesehen habe. Nämlich in "Die lustige Welt der Tiere". Leider habe ich den Namen des Fisches vergessen, aber er ist deswegen so bekannt, weil er seine Jungen bei Gefahr in den Mund einsaugt. Und das sind nicht nur zwei drei sondern an die hundert. Das witzige ist auch, dass in diesem Film die Jungen in den Mund der Mutter flüchten, weil irgendein grimmiger Barsch oder sowas in der Art dahergeschwommen kommt und genau den habe ich auch gesehen!! Ich musste echt lachen unterwasser.
In der Nacht konnte ich dann kaum schlafen. Ich weiß nicht ob von euch schon mal jemand ein tropisches Gewitter miterlebt hat, aber die Nacht wurde zum Tag. Es hat geblitzt wie im Krieg, als würden tausend Bomben über dem See abgeworfen werden. Und in einer Strohütte, bekommt man das alles ziemlich gut mit. Dicht war sie ja zum Glück aber gehört und gesehen hab ich trotzdem alles. Noch in der Früh hat es gedonnert und geregnet, an dem Tag an dem wir wieder nach Hause fliegen mussten. Das schweizer Pärchen, dass mit uns geflogen ist, hatte keine Ahnung, dass wir im Kopf schon Plan B, C und D hatten. Denn außer Donner in der Ferne und Regen hier, hatten wir keine Wetterberatung. Control war noch nicht online;) Alles was wir hatten war das Wetter in Lilongwe und das war laut tower ganz okay. Über dem See sind wir langsam gestiegen, eingebettete Gewitterwolken wollten wir mit aller Kraft vermeiden nur leider ist es nicht leicht, die von normalen Schichtwolken in so einem Sauwetter zu unterscheiden. Wenn es Blitzt und anfängt zu Hageln ist man drinnen und spätestens wenn es anfängt wie wild zu rumpeln, sollte man sich überlegen umzudrehen. Zum Glück ist es nicht so verlaufen, alles easy, außer schlechter Sicht und Regen, der den Flieger gewaschen hat, hat nichts auf uns gewartet. Und als wir uns dann Lilongwe genähert haben, wurde auch das weniger. Zur Belohnung durfte ich dann zum ersten mal seit meiner Ankunft eine dunstfreie Aussicht aus dem Cockpit genießen, die sicher über hunderte Kilometer ging! Und außerdem war es dann außerhalb der Wolken ein derartig ruhiger Flug, dass man dachte man fliegt auf schienen.
Dies ist der erste Teil der Fotos, Kirstein einer unserer Piloten hatte seine Spiegelreflexkamera mit, auch von der gibt es in ein paar Tagen die besten shots! Bis dahin wünsche ich allen ein schönes Wochenende!!!

Freitag, 6. November 2009

Chickenrun!

























Ich konnte mir für heute Abend von unserem Mechaniker ein Ladegerät für meinen Laptop ausborgen, es geht sich daher doch noch ein Blog aus! Ich weiß ja sonst nicht wohin mit meinen ganzen Fotos! Die letzten Tage war einiges los und ich bin sehr viel geflogen. Unter anderem hatte ich am Dienstag meine Checkflüge mit allen Mustern die wir betreiben und bin somit berechtigt, nach ein paar Flügen unter den strengen Augen unserer Piloten, selber Pax und Cargo durch die Lüfte zu bewegen. Am selben Tag noch fing es mit Mozambique an, ein Land in das ich immer wieder sehr gerne fliege, weil es für mich etwas magisches hat. Kann bis jetzt noch nicht beschreiben was es genau ist, aber schon alleine die Landschaften hier sind unheimlich beindruckend! Man weiß sofort, wann man die Grenze überquert hat, auch ohne Karte und GPS. Okay, vielleicht liegt es an der ganz speziellen Funksprache die die Kontroller hier haben...sie sprechen gewisse Buchstaben sehr witzig aus und haben ein ganz besonders lang gezogenes Rooooooger, was aber in ganz Afrika gängig sein dürfte. Auf jeden Fall ist es wie ein unsichtbarer Vorhang den man durchquert, wenn man in den mozambiquanischen (Luft)raum einfliegt. Wir sind dieses mal in Lichinga gelandet, es befindet sich östlich des Malawisees. Die unterschiede zu Malawi sind deutlich sichtbar. Infrastruktur und gute Straßen sind zumindest ind Lichinga nicht vorhanden und die Leute leben hier wirklich in Hütten. Ich möchte mich jetzt nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, da ich genau zwanzig Minuten im Flughafengebäude war und den Rest von An- und Abflug kenne, aber das ist das was ich gesehen habe. Trotzdem...wunderschön!

Mittwoch gings dann weiter mit den Checkflügen, ist in so einer Affenhitze schon eine Herausforderung! Keines unserer Flugzeuge hat eine Klimaanlage und wenn man sich dann auch noch in einer Prüfungssituation befindet bei 30 Grad aufwärts...hui! Ich sag nur waschlnass;)
Alle 45 Tage fliegen wir nach Harare/Zimbabwe, um von dort Küken nach Malawi zu transportieren. Die werden hier mit futter vollgestopft und naja...den rest können wir uns ja denken. Hier wird eben viel Hünchen gegessen, aber gegen die westliche Massen- und Überproduktion ist das hier Kindergarten! Wie auch immer, dieser Flug ist nicht unbedingt der beliebteste unter den Piloten da es mit der Airvan (Hochdecker, eckig, fliegender Widerstand) auf eine fast dreistündige Tour in eine Richtung geht und dieses Ding, obwohl es mit den neuesten Avionics ausgestattet ist,hat keinen Autopiloten und zieht auch noch nach rechts. Das ist mehr als mühsam und dazu kommt noch, dass das Baby nicht das schnellste ist! Ich liebe sie trotzdem, sie ist das perfekte Bushflugzeug! Ich vergleiche sie immer mit einem Land Rover Defender: laut, langsam, eckig, undicht, unbequem kann da wo andere nicht können und uur geil! Ich schwöre euch, nach einer Flugstunde tut einem der Hintern weh als würde man einen Tag lang auf einem 20x20cm großem Holzhocker sitzen. Das ist wirklich ein Nachteil, aber wir haben uns Extrakissen mitgenommen, sieht gut aus...Tasche mit goldenem Adler drauf, weißes Hemd, Goldstreifen uuund: Pölsterchen für den Flug.
Zu mittag ging es los richtung Harare. 2 Stunden 40 Minuten Flug bieten eine vielfalt an bezaubernden Landschaften da es über Malawi, Mozambique und Zimbabwe geht! Siehe Fotos. Wir sind am späten Nachmittag angekommen und durften in einem ziemlich noblen Hotel übernachten, leider nur kurz, um vier in der Früh gings auch schon wieder los. Es dauert schon ein bisschen bis die noch viiiel zu müde Cargomanschaft die Airvan mit 7000 Küken beladen hat. Man muss immer ein bisschen mit der Peitsche hinter den Leuten stehen, aber ich nehme es ihnen nicht übel, ich war auch noch müde. Um sechs war take off, zwei Mann Crew und 7000 Passagiere! Fast drei Stunden zurück nach Lilongwe und weil es so lustig war hat mich eine Überraschung erwartet als wir gelandet sind: Ich durfte nochmal fliegen! Nur dieses mal ohne Übernachtung. Nach einer Stunde aufenthalt in Lilongwe um das Flugzeug zu entladen und voll zu tanken gings wieder nach Harare. Es waren nämlich insgesammt 13500 Küken, das wussten wir, aber ich wusste nicht, dass ich die ehre habe mir gleich acht Stunden an einem Tag meinen Hintern von Miss Airvan massieren zu lassen. Aber was solls, Flugstunden sind Gold wert und was wäre ich denn für ein Mensch, wenn mich diese Landschaften nur einmal beeindrucken würden und was für ein Pilot, der nicht gerne ins Flugzeug einsteigt!? Als wir dann heute Abend nach Hause gekommen sind, ich meine als wir den Anflug auf Lilongwe begonnen haben, hat ein nettes Unwetter auf uns gewartet. Wir hatten ungefähr 25 Minuten zeit, uns auf das schlimmste vorzubereiten. Wir haben nämlich über Funk gehört, das Air Malawi durchstarten musste und Air Ethiopia zum Ausweichflughafen geflogen ist. Wir hatten nicht viele Optionen, die Küken mussten nach Lilongwe! Sonst würden alle 7000 sterben, sie hatten nämlich seit Tagen nichts mehr gegessen. Air Malawi hat es gescheit gemacht, sie haben im Holding auf Wetterbesserung gewartet und als wir angekommen sind, war es dann auch so. Wir sind als Nummer zwei gelandet! War aber knapp das ganze, 500 Meter weiter östlich hat es nämlich geschüttet wie aus Schaffeln und ziemlich geblitzt. Alles in allem ein sehr aufregender Tag und sehr anstrengend, deswegen wünsche ich euch allen noch eine gute Nacht und ich hoffe auch von euch bald wieder was zu hören. Ist nämlich ziemlich einseitig dieses Bloggen! Bitte unter ferenc@nyassa.mw gmx ist nur mehr mühsam!

KEIN INTERNET!!!

Liebe Leute, bei uns gab es in den letzten Tagen einen Stromausfall und irgendetwas hat alle Netzgeräte der Notebooks, den Kopierer und ein Faxgerät zerstört. Ich hatte jetzt nur kurz die Möglichkeit ins Netz zu gehen. Leider weiß ich nicht wann und ob ich ein neues Ladekabel für meinen Laptop in Malawi bekomme, ich werde mein bestes geben. Sobald ich wieder connected bin, gibt es neue Berichte. Ist ziemlich bescheiden die ganze Sache aber was solls...kann passieren in Afrika! Bitte nicht aufhören meine Posts zu lesen!

Montag, 2. November 2009

Über BBQ, Shorty und den schönsten Mond denn ich je gesehen habe












Dies wird kein Post vieler Worte. Wir haben nur dieses Wochenende ein kleines Grillfest bei uns zu Hause gehabt und die zwei drei Fotos die wir gemacht haben möchte ich euch nicht vorenthalten. Warum ich aber eigentlich einen neuen Post ins Netz stelle: Ich möchte euch zeigen, was man alles mit einem schlafenden Hund anstellen kann;)
Das Bild von diesem wunderschönen Mond habe ich jetzt gerade vor der Haustüre aufgenommen. Es ist weder bearbeitet noch hat es zusätzliche Lichtquellen gegeben. Ich habe noch nie so einen schönen, hellen Mond gesehen wie hier. Schon der Halbmond in Afrika ist doppelt so lichtintensiev wie der in Europa. Heute Nacht könnte ich ein Buch im Mondschein lesen! Liebe Grüße an euch alle, ich freue mich immer sehr über eure Nachrichten und Einträge, danke!

Sonntag, 1. November 2009

Likoma/Mfuwe














Dieses mal habe ich meine ganze Aufmerksamkeit dem neuen Video gewidmet, ich denke es ist wieder ganz gut gelungen. Bilder sagen ja mehr als Worte, aber bewegte Bilder denke ich, toppen das ganze nochmal. Am liebsten würde ich ja mit einer an meinem Kopf befestigten Kamera herumlaufen, aber ich denke dann würden mich die Leute hier noch blöder ansehen. Also denkt nicht, dass man hier an jeder ecke komisch angesehen wird, aber es kommt schon vor, dass man als weißer mit anderen Augen gesehen wird. Um ehrlich zu sein, dieses Gefühl habe ich ständig. Ich weiß jetzt zum ersten mal wie es ist, anders zu sein. Ich nehme es niemandem übel und natürlich wird man genau beobachtet, man ist hier schließlich auch einer der wenigen Hellhäutigen, aber manchmal würde ich mir wünschen schwarz zu sein bzw. wie ein Schwarzer behandelt zu werden. Mich macht es manchmal traurig, denn nicht nur die weiße Rasse unterscheidet zwischen dunkel und hell, sondern auch hier wird es so gemacht. Natürlich überrascht mich das nicht, wir alle kennen die Probleme der Vergangenheit und der Zukunft, aber ich befinde mich gerade in der Situation, die andere Seite betrachten zu können. Ich möchte aber klar stellen, dass niemand ungut zu mir ist, wie ich schon einmal erwähnt habe, wirst du hier bestenfalls unterschieden weil du Geld hast als Weißer, nicht weil du schlecht bist. Und in wirklichkeit ist es auch so. Ich kann hier in den Laden gehen und mir kaufen was ich will. Naja nicht alles, eine Packung Cornflakes für 10 Dollar, ich esse viele davon, lass ich dann doch besser aus. Stellt euch vor, ihr müsst Tag für Tag das gleiche essen. In der Früh Insima (Maismehl) mit etwas Milch (und das ist schon Luxus), zu Mittag Insima mit etwas Gemüse wenn was da ist und am Abend wieder Insima. Twix, Mars oder sonstige Schokolade gibt es hier für die Kinder nicht, Marmelade so wie ich sie mir in der Früh aufs Brot schmiere...zu teuer, Zahnpaste...zu teuer. Medizin...zu teuer. Und genau daran erkennt man ein Dritte Welt Land. Wird man krank, stirbt man. Wenn sich jemand nichteinmal Brot leisten kann, wie soll er sich dann Medikamente kaufen können? Solange man gesund ist, kommt man irgendwie durch. Ich sagte schonmal, die meisten hier sind zufrieden mit dem was sie haben, hier tickt die Uhr anders und sie kennen es nicht anders, aber wenn man mal zu schwach ist um irgendwie an Geld für Essen heran zu kommen, dann wird es kritisch. Ich habe immer Geld für die Kids auf der Straße eingesteckt. Ich frage aber jeden vorher, warum er nicht in der Schule ist. Leider ist es so, dass Kinder die im Unterricht sitzen, Geld kosten. Nicht weil die Eltern Schulgebühren zahlen müssen, sondern weil die Kinder nicht betteln gehen. Andererseits ist es aber auch so, dass hunderte von Kindern durch HIV Waisen geworden sind und gar keine Eltern haben. Ihnen bleibt nichts anderes übrig als unter dem Himmel zu schafen und betteln zu gehen. Ich denke man sollte wirklich darüber nachdenken, Organisationen wie zum Beispiel World Vision unter die Arme zu greifen. Ich habe zwar gehört, dass WV der größte Kunde bei Nissan Malawi ist und immer die neuesten Modelle fährt, aber sie sind vor Ort. Das Geld kommt hier an. Ich wusste nie wo mein Geld hinfließt, aber ich kann euch beruhigen, zumindest ein Teil der Spenden werden für etwas Sinnvolles verwendet.
Ich weiß nicht, ob ich euch die Stimmung versaut habe und ob mein Video jetzt vielleicht fehl am Platz ist, aber so ist nunmal das Leben. Jeder weiß, dass die Unterschiede zwischen arm und reich dort am größten sind, wo extreme Armut herrscht. Trotzdem, ich denke dass die Selbstmordrate ind New York alleine zehn mal höher ist als in ganz Malawi Zambia und Mozambique zusammen.